Wie können Interessierte selbst mithelfen?

Im eigenen Garten:

  • Anlage Blühfläche 1-3 m
  • Insektenhotel basteln oder kaufen
  • eine „wilde Ecke“ im Garten belassen (Haufen mit Ästen, Brennesseln stehen lassen, Wildkräuter stehen lassen)
  • Stauden für Bienen anpflanzen
  • Blühende Büsche statt Koniferen
  • Aufstellen von Insektentränken
  • Nistkästen und ganzjährige Futterkästen für Vögel bieten
  • kein Einsatz von Giften im eigenen Garten

Insektenfreundliche Pflanzen

Jeder hat die Möglichkeit in seinem Umfeld etwas für unsere Insekten zu tun, selbst auf der Fensterbank oder einem kleinen Balkon.

Im zeitigen Frühjahr erfreuen Krokusse, Narzissen, Tulpen, Traubenhyazinthen Mensch und Insekt gleichermaßen. Viele Sorten eignen sich zum Verwildern, so dass man nicht jedes Jahr neu pflanzen muss. Im späteren Frühjahr kann man Insekten mit Blaukissen, Felsensteinkraut und Ehrenpreis anlocken. Hier eignen sich besonders Trockensteinmauern zur Anpflanzung.

Der Sommer bietet eine unzählige Vielfalt an Pflanzen. Besonders die gängigen Gewürzpflanzen wie Schnittlauch, Thymian, Oregano, Salbei, Melisse und Minzearten eignen sich besonders für den Balkon oder die Fensterbank. All diese Kräuter einfach blühen lassen, so haben Mensch und Tier etwas davon. Besonders auf dem Balkon kann man die Insekten beim Naschen beobachten. Blühender Schnittlauch ist ein wahrer Insektenmagnet! Auch Glockenblumen sind sehr beliebt. Hier gibt es für alle Standorte geeignete Pflanzen. Und Glockenblumenblüten sind Schlafplätze für Wildbienen!

Für den Herbst bieten sich alle Arten an Astern, Sonnenhut, Fette Henne als insektenfreundliche Pflanzen an. Um den Insekten nicht nur Nahrung, sondern auch eine Überwinterungsmöglichkeit zu bieten, sollten wir im Herbst unsere Gärten und Balkone nicht zu gründlich aufräumen, damit Wildbienen & Co auch die Chance haben, den Winter zu überstehen und uns im nächsten Frühjahr wieder zu erfreuen.

– Ursel Gutmair

Der Schöne und das Biest

So wie uns die Schmetterlinge mit ihrem fröhlich taumelnden Tanz ein entzücktes Lächeln entlocken und uns an die Unbeschwertheit/Leichtigkeit des Lebens erinnern lassen, so beginnen wir beim Anblick der Brennnessel, wenn sie sich mit all ihrer Kraft verbreitet und andere Mitstreiter im Beet verdrängt, erschlagen zu stöhnen, weil der Kampf schon vor Beginn verloren zu sein scheint. Und doch gehören beide, Schmetterling und Brennnessel, untrennbar zusammen. Frei nach dem Motto „der Schöne und das Biest“. Die Brennnessel ist tatsächlich für eine große Anzahl von Schmetterlingsarten wie zum Beispiel das Tagpfauenauge, bei dem das Weibchen ihre Eier auf die Blattunterseite der Brennnessel legt, aber auch für den kleinen Fuchs, Admiral, C-Falter und Landkärtchen die Futterpflanze der Raupen. Und, was das Futter angeht, sind Raupen ganz schön wählerisch. Was bedeutet, ohne Brennnessel – keine Schmetterlinge! Deshalb, nur Mut zur „wilden“ natürlichen Ecke im Garten, am besten gleich mit dem Nachbarn zusammen!
Dort müssen dann die Brennnesseln so lange stehen bleiben, bis sich die Raupe mehrmals gehäutet hat und sich danach verpuppt. Bis der fertige Schmetterling dann schlüpft, können mehr als 6 Wochen vergehen.
Das heißt, um das Überleben zahlreicher gefährdeter Schmetterlingsarten zu sichern, braucht es solche Biotope, die die idealen Lebensbedingungen für alle Entwicklungsstadien der Schmetterlinge bieten. Aber auch für andere Insekten sind Brennnesseln als Futterpflanzen sehr beliebt: Neben Falterraupen lassen sich Wanzen, Käfer, Heuschrecken und Spinnen an ihnen beobachten.
Auch der Mensch hat die Brennnessel und ihre Verwendung in der Heilkunst, Küche und im Garten schon lange für sich entdeckt. So geht die Aufreihung der Rezepte von Brennnesselspinat, Pesto, Chips, Smoothie über Haarwasser und Brennnessel Öl bis hin zu Brennnesseljauche zum Düngen oder Bekämpfen von Ungeziefer.
Sehr zu empfehlen sind auch die Samen der Brennnesseln mit ihrem nussigen Geschmack. Weitere Informationen unter www.natur-isny.de

Chrissi Küblbeck, Insy 8. 6. 21